Aktuelles vom 19.04.2016

Jahrestagung des VSEH Nord vom 15. bis 16. April 2016 in Einbeck


Teilnehmer der Seminartagung Auszeichnung für Lutz Erbe PS.Speicher für Technikinteressierte ... und Oldtimerfreunde Workshop
Teilnehmer der Seminartagung Auszeichnung für Lutz Erbe PS.Speicher für Technikinteressierte ... und Oldtimerfreunde Workshop
Teilnehmer der Seminartagung Auszeichnung für Lutz Erbe PS.Speicher für Technikinteressierte ... und Oldtimerfreunde Workshop
Teilnehmer der Seminartagung Auszeichnung für Lutz Erbe PS.Speicher für Technikinteressierte ... und Oldtimerfreunde Workshop
Teilnehmer der Seminartagung Auszeichnung für Lutz Erbe PS.Speicher für Technikinteressierte ... und Oldtimerfreunde Workshop

Prüfen elektrischer Anlagen in Industrie und Gewerbe aus Sicht des Sachversicherers, Blitz- und Überspannungsschutz und viele alte Autos

Einbeck ist nicht das Zentrum Norddeutschlands. Für Liebhaber alter Autos und Motorräder könnte es sich aber ganz schnell dazu entwickeln. Seit einiger Zeit gibt es dort den PS.SPEICHER. Der PS.SPEICHER in Einbeck präsentiert auf einem Areal von rund 25.000 m² einen Erlebnis- und Ausstellungspark für Oldtimerfreunde. Technikinteressierte können in und um den denkmalgeschützten und aufwändig sanierten Kornspeicher erleben, erfahren und erkunden, wie Tüftler und Erfinder mit neuen technischen Errungenschaften die individuelle Fortbewegung auf Rädern immer weiter entwickelt haben.

So gehörte natürlich eine Besichtigung des PS.Speichers zum Pflichtprogramm des VSEH in Einbeck. Zumal das neue Tagungshotel Freigeist nur wenige Meter vom PS.Speicher entfernt liegt.

Dem Sachverständigenverein VSEH Nord, der vom Landesinnungsverband mit betreut wird, gehören elektrohandwerkliche Sachverständige aus ganz Norddeutschland an.

Wie immer zeichnete sich diese Tagung durch eine große Beteiligung der Mitglieder aus. 44 von 56 Vereinsmitgliedern kamen nach Einbeck. Im Mittelpunkt standen die  Fachvorträge von Lutz Erbe (VGH) und Reinhardt Soboll (BFE). Lutz Erbe leitet bei den VGH Versicherungen in Hannover die Abteilung Schadenverhütung und Technik. Von der Ingenieurkammer Niedersachsen wurde er als Sachverständiger für Schaltanlagen/Verteilungen, Überspannungsschutzeinrichtungen und Elektrothermographie öffentlich bestellt und vereidigt Inzwischen ist er auch VDS anerkannter Sachverständiger für  Elektrothermographie. Zu seinem Aufgabengebiet in der VGH gehören  die Schadenursachenermittlung bei Haftpflicht- und Sachschäden, sowie die Brandschutzberatungen in Industrie, Gewerbe, Landwirtschaftlichen Betrieben, Kommunen und Kirchen.

Ergänzt wurden die Ausführungen von Lutz Erbe durch z.T. haarsträubende Fotos über „brandgefährliche“ Situationen vor allem im Bereich der Landwirtschaft, bisweilen nach dem Motto: „Räumen Sie mal die Strohballen weg, man sieht den Wechselrichter nicht“. Eine Zusammenfassung seines Beitrages lesen Sie im Anschluss an diesen Bericht.

Reinhardt Soboll berichtet in seinem Beitrag über die BetriebssicherheitsVO, über Blitz – und Überspannungsschutz sowie über neue Nomen (siehe unten).

Auch in diesem Jahr fanden natürlich die traditionellen Workshops statt. Hier können die Teilnehmer „echte“ Gutachten von Kollegen analysieren, diskutieren und auch offen aussprechen, was sie „anders gemacht hätten“. Zum Abschluss bestimmt jede Gruppe einen Berichterstatter, der dann im Plenum den Sachverhalt und den Lösungsansatz vorträgt, was so ganz nebenbei auch eine gute Übung für die Vortragstechnik darstellt.  

Die Gutachten boten selbstverständlich wieder viel Diskussionsstoff für Berichte aus der eigenen Praxis.

Lutz Erbe wurde übrigens von Karsten Krügener, stv. Vorsitzender des VSEH und seit März auch stv. Landesinnungsmeister gemeinsam mit Friedhelm Triphaus mit der Verdienstnadel des LIV ausgezeichnet. In seiner Laudatio hob Friedhelm Triphaus hervor, dass Lutz Erbe seit vielen Jahren dem Landesinnungsverband eng verbunden ist. Federführend war er in die Aktion Überspannungsschutz in landwirtschaftlichen Betrieben involviert, wodurch letztendlich ein Boom an Schulungen und Informationen ausgelöst wurde. Sein heutiger Schwerpunkt sind die PV Anlagen. Dies zeigen  auch die Vorträge in Zusammenhang mit den langen Abenden des LIV. „Lutz Erbe versteht es“, so Friedhelm Triphaus, „den Zuhörern in leicht verständlicher, aber auch ebenso amüsanter Form Schadenfälle aufzuzeigen und die Ursachen dazu erläutern“.

"Prüfen elektrischer Anlagen in Industrie und Gewerbe aus Sicht des Sachversicherers"
Brandschutz, häufige Mängel, Praxisbeispiele


Im Vortrag wurde aus Sicht des Sachversicherers auf die Notwendigkeit von Prüfungen an elektrischen Anlagen eingegangen und die besonderen Anforderungen aus den Versicherungsverträgen von Industrierisiken erläutert.

An einem Schadenbeispiel wurde dargestellt, wie trotz erfolgter Prüfung die Schaltanlage eines Lebensmittellagers einen Brandschaden (Schadensumme ca. 1 Mio. Euro) verursachen konnten und welche ergänzenden Prüfungen in diesem Fall erforderlich sind um die schadenursächlichen Mängel an vergleichbaren Anlagen erkennen zu können.

Es wurde im Weiteren sowohl auf typische Mängel an gewerblich und industriell genutzten elektrischen Anlagen eingegangen wie auch auf häufig vorkommende Fehler bei der Prüfung dieser Anlagen.

Die für 2017 geplanten Änderungen der Sachverständigenprüfungen durch den VdS anerkannten SV wurden erläutert und für die thermografischen Untersuchungen das Beispiel einer Fehlerstelle gezeigt, die mittels 3 verschiedener IR- Kameras (deutlich unterschiedlicher Preiskategorien) untersucht wurde. Das Beispiel konnte zeigen, dass auch mit einer preiswerten Kamera die Fehlerstelle lokalisiert werden konnte, Aussagen über die tatsächlich vorhandenen Temperaturen an der Fehlerstelle jedoch nicht möglich sind.

"Feuergefährdeten Betriebsstätten" gem. VDE 0100-420 und VdS 2033
Merkmale, Einstufung, Anforderungen, Schutzkonzepte, typische Fehler


Bei den Brandschutzbesichtigungen in Industrie- und Gewerbebetrieben bilden feuergefährdete Betriebsstätten und deren elektrische Anlagen oft einen Schwerpunkt der Diskussion. Im direkten Zusammenhang mit den elektrischen Anlagen in diesen Bereichen stehen oft brandschutztechnische Einrichtungen wie z. B. Brandwände und Brandabschlüsse, deren Funktion durch mangelhaft errichtete elektrische Anlagen eingeschränkt sein kann.

Im Vortrag wurde auf die Probleme bei der Einstufung dieser Betriebsstätten sowie auf die sich daraus ergebenden normativen Vorgaben für elektrische Anlagen eingegangen.

Insbesondere gegen die Vorgabe der VDE 0100-420 nach der elektrische Betriebsmittel in feuergefährdeten Betriebsstätten auf solche beschränkt werden müssen, die für die Anwendung in diesen Betriebsstätten notwendig sind wird in der Praxis häufig verstoßen. Dies wurde an verschiedenen Beispielen erläutert.

Die aktuellen Änderungen der VDE 0100-420 Stand Feb. 2016 wurden erläutert und insbesondere der nun geforderte Schutz durch „Einrichtungen zur Lichtbogenerkennung und –abschaltung“ (AFDD) in feuergefährdeten Betriebsstätten wurde diskutiert.

Die Empfehlungen zum Einsatz von Störlichtbogenschutzeinrichtungen wurden ebenfalls erläutert.

Zum Abschluss des Vortrages wurden die Teilnehmer über die geplanten Änderungen der VdS Richtlinien VdS 2025, 2033, 2067, 3145 informiert.
Einige der geplanten Änderungen wurden teilweise kontrovers diskutiert und dem Referenten Hinweise für die weitere Arbeit bei der Aktualisierung der o.g. Richtlinien gegeben.

In seinem Vortrag zum Prüfen elektrischer Anlagen beleuchtete Reinhard Soboll die Prüfpflicht aus Sicht des Anlagenbetreibers und gab zudem Tipps zur Durchführung der erforderlichen Prüfungen. Im Vortrag wurde auf die Forderung nach Prüfungen und die erforderliche Qualifikation des Prüfers hingewiesen. Zudem stellte er Änderungen im Vorschriftenwerk zu dieser Thematik dar.

Im ersten Teil des Vortrages wurde auf die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) eingegangen, die im Juni 2016 in geänderter Form neu erschienen ist. Laut Betriebssicherheitsverordnung hat jeder Arbeitgeber, der Arbeitsmittel bereitstellt, die konkreten Gefährdungen systematisch zu ermitteln und zu beurteilen. Er muss  notwendige Schutzmaßnahmen festlegen und dies dokumentieren. Der Arbeitgeber muss als Betreiber der elektrischen Anlagen notwendige Prüfungen sowie entsprechende Prüffristen festlegen. Auch die Auswahl eines geeigneten Prüfers obliegt dem Arbeitgeber. Da die Verantwortung für die sachgerechte Prüfung von Arbeitsmitteln, einschließlich der überwachungsbedürftigen Anlagen beim Arbeitgeber bzw. Betreiber liegt, kann es im Einzelfall erforderlich sein, dass er sich entsprechende Nachweise über die Qualifikation des Prüfers vorlegen lassen muss.

Im weiteren Verlauf des Vortrages trug der Referent zu Prüfverfahren im Bereich der elektrischen Anlagen vor und verwies auf Abgrenzungen z. B. bei der Prüfung von Geräten und Maschinen. Zudem wurden Besonderheiten in explosionsgefährdeten Bereichen und beim Prüfen von Blitzschutzsystemen angesprochen. Die Aussage, dass die meisten Mängel durch die Sichtprüfung einer Anlage gefunden werden, wurde einstimmig von den anwesenden Sachverständigen bestätigt.

Um Prüfungen durchführen und entsprechende Beurteilungen abgeben zu können, bedarf es allerdings einer Mindestqualifikation des Prüfers. Die prüfende befähigte Person hat gemäß den Ergebnissen der Gefährdungsbeurteilung Prüfungen durchzuführen. Sie hat Prüfnachweise (Dokumentation) zu erstellen, die über einen angemessenen Zeitraum aufbewahrt werden können. Damit die Komplettprüfung einer Anlage durchgeführt werden kann, muss dem Prüfer die Anlagendokumentation für die Ordnungsprüfung vorliegen, damit er dann die technische Prüfung (Sicht- und Messprüfung) durchführen kann. Da die befähigte Person eine hohe Verantwortung übernimmt, muss sie sich vor jeder Prüfung klar darüber sein, ob seine Qualifikation für die geplanten Prüfungen ausreicht.

Beispielhaft wurden erforderliche Qualifikationen angesprochen. Eine befähigte Person zum Prüfen elektrischer Anlagen und Geräte muss mindestens Elektrofachkraft gemäß VDE 1000-10 sein, über Berufserfahrung verfügen, die Tätigkeit zeitnah ausführen und sich in regelmäßigen Abständen weiterbilden.

Für die Prüfung von elektrischen Anlagen im explosionsgefährdeten Bereich sind zusätzliche Kenntnisse für diesen Bereich erforderlich. Als weiteres Beispiel führte Reinhard Soboll die Prüfung von Blitzschutzsystemen an. Hier dürfen nur Blitzschutzfachkräfte nach den Normen der Reihe VDE 0185-305 prüfen. Zur Beurteilung des inneren Blitz- und des Überspannungsschutzes müssen diese Blitzschutzfachkräfte zusätzlich die Qualifikation als Elektrofachkraft haben. Die Prüfung von Blitzschutzsystemen im Ex-Bereich erfordern auch hier zusätzliche Kenntnisse im explosionsgefährdeten Bereich.

Abschließend wurden zwei Normen, die Ende 2016 in überarbeiteter Ausgabe erscheinen sollen, kurz vorgestellt. In der DIN VDE 0100-443 „Schutz bei Überspannungen in Folge atmosphärischer Einflüsse oder von Schaltvorgängen“ wird dann grundsätzlich der Einsatz von Überspannung-Schutzeinrichtungen des Typs 2 für neu zu errichtende Gebäude zwingend gefordert. In der dann ebenfalls neu erscheinenden DIN VDE 0100-534 „Überspannung-Schutzeinrichtungen“ wird die Installation dieser Schutzeinrichtungen konkretisiert. Hierzu zeigte Soboll einige Beispiele.  










Herbsttagung am 17. November 2016 in Hamburg

Zahlreiche Mitglieder kamen zur diesjährigen Herbsttagung am 17. November auf die GET Nord nach Hamburg.

Frank Müller, öffentlich bestellter und...

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Seminartagung vom 7. bis 9. Mai 2015 in Potsdam

Dieter Wallus neuer Vorsitzender des VSEH Nord

 

Karsten Krügener Stellvertreter

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Verein der vereidigten Sachverständigen der Elektro-und Informationstechnischen Handwerke Nord e.V.

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