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» Seminartagung vom 20. bis 21. April 2018 in Lüneburg

Dieter Wallus erneut zum Vorsitzenden gewählt
Mario Boy neu im Vorstand

Dieter Wallus ist erneut zum Vorsitzenden des VSEH Nord gewählt wurden. Im Rahmen der diesjährigen Seminartagung in Lüneburg fanden turnusgemäß Vorstandswahlen statt. Dieter Wallus ist auch stv. Obermeister der Elektro-Innung Hannover und Landesausbildungsleiter des LIV.

Sein Stellvertreter wurde erneut Karsten Krügener, stv. Landesinnungsmeister und Obermeister der Innung für Elektrotechnik, Informationstechnik und Elektromaschinenbau Osterode. Auch auf den anderen Positionen wollten die VSEH–Mitglieder Kontinuität. Zu Beisitzern wurden wiedergewählt: Thomas Bollmann (Obermeister der Innung für Elektrotechnik Braunschweig), Dieter Siever (Obermeister der Elektro-Innung Bremen), Johannes Wessels (stv. Obermeister der Innung für Elektro- und Informationstechnik Cloppenburg) und André Zemke (Vorstand der Innung für Elektro- und Informationstechnik Cloppenburg und stv. Landesfachbereichsleiter IT). Neu im Vorstand ist Mario Boy (Obermeister der Elektroinnung Schönebeck). Er wurde für Peter Kelle (Elektroinnung Halle-Merseburg-Saalkreis) gewählt, der nicht mehr kandidiert hatte.

Wolfgang Grossam, Vorsitzender Richter am Landgericht Hamburg, widmete sich in einem Beitrag dem Thema „Aktuelle Probleme als gerichtlicher Sachverständiger“. Erfahrungsgemäß geht ein solcher Vortrag schnell in den Dialog mit den Teilnehmern und der Teilnehmer untereinander über, der vom Referenten nur gelenkt zu werden braucht: denn jeder bringt seine persönlichen Erfahrungen mit der Gutachtenerstellung ein, jeder hat einen hilfreichen Tipp für die Kollegen.

In seinen Ausführungen ging Grossam beispielsweise auf die mögliche Ablehnung eines Sachverständigen wegen Besorgnis der Befangenheit ein. „Das ist schon dann der Fall, wenn Sie sich unsachlich gegenüber einer Partei äußern“, meinte der Jurist. Beispiel sei eine Bemerkung wie: „bei solchen Fehlern werden Sie den Prozess nie gewinnen“. Ein Schwerpunkt war natürlich die Vorbereitung und Durchführung des Ortstermins. Dazu gehört auch, dass der Sachverständige rechtzeitig beide Parteien zum Ortstermin lädt; denn ohne entsprechende Benachrichtigung ist das Verfahren selbstverständlich fehlerhaft.

Und dann kommen sie schon, die Fragen aus der Praxis: „was mache ich, wenn der Anwalt einfach nicht kommt?“, erkundigte sich ein Teilnehmer. Der Anwalt habe sich angesagt, sei dann aber nicht gekommen. Niemand konnte ihn erreichen – auch nicht seine Mitarbeiter „Soll ich einfach mit dem Ortstermin anfangen“, fragte ein Zuhörer. “Das würde ich nicht machen“, antwortete Grossam. „Der Anwalt hat ein Recht auf Teilnahme“. Und ein anderer Kollege berichtete, dass eine Partei die Teilnahme am Ortstermin bereits dreimal abgesagt hatte. „In diesem Fall“, so Richter Grossam, „teilen Sie das dem Richter mit, der entsprechende Maßnahmen ergreifen wird“.

Ein immer wiederkehrendes Problem ist die Frage, ob der Beweisbeschluss klar genug formuliert wurde. Der Referent empfahl: „Klären Sie zunächst einmal, ob Sie mit dem Beweisbeschluss klar kommen oder ob Sie eigentlich mehr untersuchen müssen, als im Beweisbeschluss drin steht“. In Zweifelsfällen müsse der Sachverständige das Gericht fragen. Auch nach einem Ortstermin sei eine Erweiterung der Beweisfrage noch möglich.

Umfassend erörtert wurde in der Veranstaltung die sogenannte Bauteileöffnung. Immer wieder muss der Sachverständige Untersuchungen vor Ort durchführen, bei denen Bauteile geöffnet werden, beispielsweise das Mauerwerk Und dann ergeben sich viele Frage: Ist die Zustimmung des Eigentümers erforderlich und liegt diese vor?

Sachverständige können nicht gezwungen werden, die Bauteilöffnung und damit die Haftung für das Öffnen und Wiederverschließen der betroffenen Bauteile zu übernehmen. Richter Grossam hatte dazu ein aktuelles Urteil parat: Nach einer Entscheidung des OLG Schleswig aus dem Jahre 2017 gibt es keine Anordnungsbefugnis des Gerichtes gegenüber dem Sachverständigen zu Bauteilöffnungen.

Einige Kollegen hatten wieder ihre Gutachten zur Verfügung gestellt, damit diese im kleinen Kreis, den sogenannten Workshops, von den Kollegen analysiert und diskutiert wurden. Eine seit vielen Jahren lieb gewonnene Tradition bei VSEH-Seminartagungen. Zwei der drei Gutachten waren Privatgutachten, die außerhalb von Gerichtsverfahren für private Auftraggeber erstattet wurden. Nach Ansicht von Richter Grossam sind auch Privatgutachten vor Gericht nicht bedeutungslos. Damit könne man auch einen Prozess gewinnen. Insofern sei eine umfassende Dokumentation im Gutachten wichtig. Er lobte ausdrücklich, dass in einem der Gutachten die Fotos dem Text zugeordnet waren. Da müsse man nicht immer hin und her blättern. Grossam: „wenn beide Parteien damit einverstanden sind, dann kann der Privatgutachter auch als Gerichtsgutachter bestellt werden.“

In dem Gutachten ging es einmal um die generelle Frage, ob die Hausinstallation in Ordnung ist. Die Eigentümerin hatte Brandgeruch wahrgenommen und das Vertrauen in die Elektroinstallation verloren. Der Sachverständige hatte sein Gutachten in 18 Fragestellungen unterteilt und kam nach deren Beantwortung zu dem Schluss, dass „in Teilen der elektrischen Anlage dringender Sanierungsbedarf besteht.“

Das andere Privatgutachten betraf den Fall, dass es beim Einschalten einer neuen Verteilung zu einem Überspannungsschaden gekommen war, bei dem diverse Elektronikbauteile zerstört wurden.

Und die Beweisfrage des einzigen Gerichtsgutachtens ging dahin, ob im Rahmen von Kernbohrarbeiten Datenleitungen durchtrennt worden. Übrigens: Sämtliche Gutachten, die von den Teilnehmern besprochen werden, sind selbstverständlich regelmäßig so geschwärzt, dass sie keinerlei Rückschlüsse auf Orte oder Personen und Namen zulassen.

Zum Abschluss bestimmte jede Gruppe einen Berichterstatter, der dann im Plenum den Sachverhalt und den Lösungsansatz vortrug, was so ganz nebenbei auch eine gute Übung für die Vortragstechnik darstellt.

» Herbsttagung am 25. Oktober 2012 in Celle

Baulicher Brandschutz und Brandursachenermittlung waren Schwerpunktthemen der Tagung des VSEH Nord am 25. Oktober 2012 in Celle

Das Land Niedersachsen unterhält in der Stadt Celle die im Jahre 1931 gegründete, seit 1974 in einem Neubau untergebrachte Landesfeuerwehrschule Celle und seit dem 01.01.2011 in einer Zusammenfassung mit der ehemaligen Landesfeuerwehrschule Loy (Rastede), einen von zwei Ausbildungsstandorten der Nds. Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK).

Die Akademie ist mit den Aus- und Fortbildungsaufgaben für Angehörige der Freiwilligen, Berufs-, Pflicht- und Werkfeuerwehren beauftragt. Durch Vermittlung des Kollegen Karsten Krügener, Obermeister der Elektro-Innung Osterode und Mitglied des VSEH Vorstandes konnte unser Sachverständigenverein ihre Herbsttagung in der Akademie für Brand- und Katastrophenschutz durchführen. Ihr Leiter, Branddirektor Oliver Moravec, begrüßte die knapp 40 Teilnehmer in Celle und erläuterte, nebenbei sei die Akademie auch Materialprüfeinrichtung für Feuerwehrschläuche und Abnahmestelle für kommunale Feuerwehrfahrzeuge. Die Schule bietet auch Unterkünfte für 160 Teilnehmer, es können sieben Lehrgänge parallel durchgeführt werden.

Um die Angehörigen der Feuerwehr optimal für ihre Einsätze ausbilden zu können, findet man unter anderem auf dem Gelände eine feststoffbefeuerte Übungsanlage, in der man unter realistischen Bedingungen extrem Situationen bei der Brandbekämpfung trainieren kann.

In zwei mehrstündigen Beiträgen konnten sich die VSEH-Mitglieder über die Themen „Brandschutz im Baurecht“ und „Brandursachenermittlung und Zusammenarbeit zwischen Polizei und freien Sachverständigen“ informieren.

Uwe Heinrich, Brandschutzprüfer des Landkreises Goslar befasste sich mit den Themenbereichen:
•    baulicher Brandschutz
•    anlagentechnischer Brandschutz, z. B. Brandmeldeanlagen oder Löschanlagen
•    betrieblicher (organisatorischer) Brandschutz

Die Übermittlung von Informationen sei oft schwierig, wenn man „als Feuerwehrmann nachts um 3 Uhr in ein Krankenhaus kommt, und ein riesiges Bedien- und Steuertableau vorfindet.

Weitere Themen des Referenten:
die Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen (Leitungsanlagen-Richtlinie - LAR)

•    Brandwand – mechanische Belastbarkeit der Brandwand
•    Brandschutzkonzept für Sonderbauten
•    Europäisches Klassifizierungssystem R-EIM

Sehr anschaulich wusste Reinhard Schölzel Brandursachenermittler bei der Polizei, über die Arbeit an der kalten Brandstelle zu berichten. Leider werde von der Feuerwehr vor Ort zu oft alles „besenrein“ übergeben. Dann würden die Ermittlungen schwierig, weil Spuren verloren gegangen sind. Für ihn selbst sei die Arbeit sehr schwierig, da er auf der kalten Baustelle häufig einem „Giftcocktail“ ausgesetzt sei. Interessant die vielen Methoden, mit denen der genauen Brandursache oder auch der Brandstiftung auf die Spur gekommen wird. Das reicht von einer genauen Beobachtung des Wohnungsbesitzers (Rauchgeruch? Brandwunden?) bis hin zum Absuchen des Bodens nach sogenannten Brandlachen. Diese sind ein Indiz für den Einsatz eines Brandbeschleunigers. Und sogar einen Brandermittlungsspürhund gibt es für die Suche nach Brandbeschleunigern.

In einem Ausschlussverfahren geht der Brandursachenermittler alle möglichen Ursachen für den Brand durch: Blitz, technische Ursachen (Elektronik, chemische Ursache), biologische Ursachen (Heu) oder ein vorsätzliches bzw. fahrlässiges Delikt. Wichtig sei in Zusammenhang mit der Brandursachenermittlung auch die Feuerwehr: Der Angriffstruppführer werde befragt, was er gesehen hat, doch nicht immer sei dort, wo es am intensivsten gebrannt habe, auch der Brandausbruchbereich. Dann gehe es wieder an die Indizienfeststellung: War die Tür auf oder zu, auch dafür nannte der Referent untrügliche Indizien.

Abgerundet wurde dieser Vortrag durch einige Praxisbeispiele aus der Ermittlungsarbeit, die selbstverständlich einen „elektrotechnischen Hintergrund“ hatten.








Seminartagung vom 20. bis 21. April 2018 in Lüneburg

Dieter Wallus erneut zum Vorsitzenden gewählt

Mario Boy neu im Vorstand

Verein der vereidigten Sachverständigen der Elektro-und Informationstechnischen Handwerke Nord e.V.

c/o Landesinnungsverband für Elektro- und Informationstechnik Niedersachsen/Bremen
Baumschulenallee 12,
30625 Hannover

Telefon: 0511/ 9 57 57 44
Telefax: 0511/ 9 57 57 99

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