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» Seminartagung vom 15. bis 16. April 2016 in Einbeck

Prüfen elektrischer Anlagen in Industrie und Gewerbe aus Sicht des Sachversicherers,
Blitz- und Überspannungsschutz und viele alte Autos

Einbeck ist nicht das Zentrum Norddeutschlands. Für Liebhaber alter Autos und Motorräder könnte es sich aber ganz schnell dazu entwickeln. Seit einiger Zeit gibt es dort den PS.SPEICHER. Der PS.SPEICHER in Einbeck präsentiert auf einem Areal von rund 25.000 m² einen Erlebnis- und Ausstellungspark für Oldtimerfreunde. Technikinteressierte können in und um den denkmalgeschützten und aufwändig sanierten Kornspeicher erleben, erfahren und erkunden, wie Tüftler und Erfinder mit neuen technischen Errungenschaften die individuelle Fortbewegung auf Rädern immer weiter entwickelt haben.

So gehörte natürlich eine Besichtigung des PS.Speichers zum Pflichtprogramm des VSEH in Einbeck. Zumal das neue Tagungshotel Freigeist nur wenige Meter vom PS.Speicher entfernt liegt.

Dem Sachverständigenverein VSEH Nord, der vom Landesinnungsverband mit betreut wird, gehören elektrohandwerkliche Sachverständige aus ganz Norddeutschland an.

Wie immer zeichnete sich diese Tagung durch eine große Beteiligung der Mitglieder aus. 44 von 56 Vereinsmitgliedern kamen nach Einbeck. Im Mittelpunkt standen die  Fachvorträge von Lutz Erbe (VGH) und Reinhardt Soboll (BFE). Lutz Erbe leitet bei den VGH Versicherungen in Hannover die Abteilung Schadenverhütung und Technik. Von der Ingenieurkammer Niedersachsen wurde er als Sachverständiger für Schaltanlagen/Verteilungen, Überspannungsschutzeinrichtungen und Elektrothermographie öffentlich bestellt und vereidigt Inzwischen ist er auch VDS anerkannter Sachverständiger für  Elektrothermographie. Zu seinem Aufgabengebiet in der VGH gehören  die Schadenursachenermittlung bei Haftpflicht- und Sachschäden, sowie die Brandschutzberatungen in Industrie, Gewerbe, Landwirtschaftlichen Betrieben, Kommunen und Kirchen.

Ergänzt wurden die Ausführungen von Lutz Erbe durch z.T. haarsträubende Fotos über „brandgefährliche“ Situationen vor allem im Bereich der Landwirtschaft, bisweilen nach dem Motto: „Räumen Sie mal die Strohballen weg, man sieht den Wechselrichter nicht“. Eine Zusammenfassung seines Beitrages lesen Sie im Anschluss an diesen Bericht.

Reinhardt Soboll berichtet in seinem Beitrag über die BetriebssicherheitsVO, über Blitz – und Überspannungsschutz sowie über neue Nomen (siehe unten).

Auch in diesem Jahr fanden natürlich die traditionellen Workshops statt. Hier können die Teilnehmer „echte“ Gutachten von Kollegen analysieren, diskutieren und auch offen aussprechen, was sie „anders gemacht hätten“. Zum Abschluss bestimmt jede Gruppe einen Berichterstatter, der dann im Plenum den Sachverhalt und den Lösungsansatz vorträgt, was so ganz nebenbei auch eine gute Übung für die Vortragstechnik darstellt.  

Die Gutachten boten selbstverständlich wieder viel Diskussionsstoff für Berichte aus der eigenen Praxis.

Lutz Erbe wurde übrigens von Karsten Krügener, stv. Vorsitzender des VSEH und seit März auch stv. Landesinnungsmeister gemeinsam mit Friedhelm Triphaus mit der Verdienstnadel des LIV ausgezeichnet. In seiner Laudatio hob Friedhelm Triphaus hervor, dass Lutz Erbe seit vielen Jahren dem Landesinnungsverband eng verbunden ist. Federführend war er in die Aktion Überspannungsschutz in landwirtschaftlichen Betrieben involviert, wodurch letztendlich ein Boom an Schulungen und Informationen ausgelöst wurde. Sein heutiger Schwerpunkt sind die PV Anlagen. Dies zeigen  auch die Vorträge in Zusammenhang mit den langen Abenden des LIV. „Lutz Erbe versteht es“, so Friedhelm Triphaus, „den Zuhörern in leicht verständlicher, aber auch ebenso amüsanter Form Schadenfälle aufzuzeigen und die Ursachen dazu erläutern“.

"Prüfen elektrischer Anlagen in Industrie und Gewerbe aus Sicht des Sachversicherers"
Brandschutz, häufige Mängel, Praxisbeispiele

Im Vortrag wurde aus Sicht des Sachversicherers auf die Notwendigkeit von Prüfungen an elektrischen Anlagen eingegangen und die besonderen Anforderungen aus den Versicherungsverträgen von Industrierisiken erläutert.

An einem Schadenbeispiel wurde dargestellt, wie trotz erfolgter Prüfung die Schaltanlage eines Lebensmittellagers einen Brandschaden (Schadensumme ca. 1 Mio. Euro) verursachen konnten und welche ergänzenden Prüfungen in diesem Fall erforderlich sind um die schadenursächlichen Mängel an vergleichbaren Anlagen erkennen zu können.

Es wurde im Weiteren sowohl auf typische Mängel an gewerblich und industriell genutzten elektrischen Anlagen eingegangen wie auch auf häufig vorkommende Fehler bei der Prüfung dieser Anlagen.

Die für 2017 geplanten Änderungen der Sachverständigenprüfungen durch den VdS anerkannten SV wurden erläutert und für die thermografischen Untersuchungen das Beispiel einer Fehlerstelle gezeigt, die mittels 3 verschiedener IR- Kameras (deutlich unterschiedlicher Preiskategorien) untersucht wurde. Das Beispiel konnte zeigen, dass auch mit einer preiswerten Kamera die Fehlerstelle lokalisiert werden konnte, Aussagen über die tatsächlich vorhandenen Temperaturen an der Fehlerstelle jedoch nicht möglich sind.

"Feuergefährdeten Betriebsstätten" gem. VDE 0100-420 und VdS 2033
Merkmale, Einstufung, Anforderungen, Schutzkonzepte, typische Fehler

Bei den Brandschutzbesichtigungen in Industrie- und Gewerbebetrieben bilden feuergefährdete Betriebsstätten und deren elektrische Anlagen oft einen Schwerpunkt der Diskussion. Im direkten Zusammenhang mit den elektrischen Anlagen in diesen Bereichen stehen oft brandschutztechnische Einrichtungen wie z. B. Brandwände und Brandabschlüsse, deren Funktion durch mangelhaft errichtete elektrische Anlagen eingeschränkt sein kann.

Im Vortrag wurde auf die Probleme bei der Einstufung dieser Betriebsstätten sowie auf die sich daraus ergebenden normativen Vorgaben für elektrische Anlagen eingegangen.

Insbesondere gegen die Vorgabe der VDE 0100-420 nach der elektrische Betriebsmittel in feuergefährdeten Betriebsstätten auf solche beschränkt werden müssen, die für die Anwendung in diesen Betriebsstätten notwendig sind wird in der Praxis häufig verstoßen. Dies wurde an verschiedenen Beispielen erläutert.

Die aktuellen Änderungen der VDE 0100-420 Stand Feb. 2016 wurden erläutert und insbesondere der nun geforderte Schutz durch „Einrichtungen zur Lichtbogenerkennung und –abschaltung“ (AFDD) in feuergefährdeten Betriebsstätten wurde diskutiert.

Die Empfehlungen zum Einsatz von Störlichtbogenschutzeinrichtungen wurden ebenfalls erläutert.

Zum Abschluss des Vortrages wurden die Teilnehmer über die geplanten Änderungen der VdS Richtlinien VdS 2025, 2033, 2067, 3145 informiert.
Einige der geplanten Änderungen wurden teilweise kontrovers diskutiert und dem Referenten Hinweise für die weitere Arbeit bei der Aktualisierung der o.g. Richtlinien gegeben.

In seinem Vortrag zum Prüfen elektrischer Anlagen beleuchtete Reinhard Soboll die Prüfpflicht aus Sicht des Anlagenbetreibers und gab zudem Tipps zur Durchführung der erforderlichen Prüfungen. Im Vortrag wurde auf die Forderung nach Prüfungen und die erforderliche Qualifikation des Prüfers hingewiesen. Zudem stellte er Änderungen im Vorschriftenwerk zu dieser Thematik dar.

Im ersten Teil des Vortrages wurde auf die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) eingegangen, die im Juni 2016 in geänderter Form neu erschienen ist. Laut Betriebssicherheitsverordnung hat jeder Arbeitgeber, der Arbeitsmittel bereitstellt, die konkreten Gefährdungen systematisch zu ermitteln und zu beurteilen. Er muss  notwendige Schutzmaßnahmen festlegen und dies dokumentieren. Der Arbeitgeber muss als Betreiber der elektrischen Anlagen notwendige Prüfungen sowie entsprechende Prüffristen festlegen. Auch die Auswahl eines geeigneten Prüfers obliegt dem Arbeitgeber. Da die Verantwortung für die sachgerechte Prüfung von Arbeitsmitteln, einschließlich der überwachungsbedürftigen Anlagen beim Arbeitgeber bzw. Betreiber liegt, kann es im Einzelfall erforderlich sein, dass er sich entsprechende Nachweise über die Qualifikation des Prüfers vorlegen lassen muss.

Im weiteren Verlauf des Vortrages trug der Referent zu Prüfverfahren im Bereich der elektrischen Anlagen vor und verwies auf Abgrenzungen z. B. bei der Prüfung von Geräten und Maschinen. Zudem wurden Besonderheiten in explosionsgefährdeten Bereichen und beim Prüfen von Blitzschutzsystemen angesprochen. Die Aussage, dass die meisten Mängel durch die Sichtprüfung einer Anlage gefunden werden, wurde einstimmig von den anwesenden Sachverständigen bestätigt.

Um Prüfungen durchführen und entsprechende Beurteilungen abgeben zu können, bedarf es allerdings einer Mindestqualifikation des Prüfers. Die prüfende befähigte Person hat gemäß den Ergebnissen der Gefährdungsbeurteilung Prüfungen durchzuführen. Sie hat Prüfnachweise (Dokumentation) zu erstellen, die über einen angemessenen Zeitraum aufbewahrt werden können. Damit die Komplettprüfung einer Anlage durchgeführt werden kann, muss dem Prüfer die Anlagendokumentation für die Ordnungsprüfung vorliegen, damit er dann die technische Prüfung (Sicht- und Messprüfung) durchführen kann. Da die befähigte Person eine hohe Verantwortung übernimmt, muss sie sich vor jeder Prüfung klar darüber sein, ob seine Qualifikation für die geplanten Prüfungen ausreicht.

Beispielhaft wurden erforderliche Qualifikationen angesprochen. Eine befähigte Person zum Prüfen elektrischer Anlagen und Geräte muss mindestens Elektrofachkraft gemäß VDE 1000-10 sein, über Berufserfahrung verfügen, die Tätigkeit zeitnah ausführen und sich in regelmäßigen Abständen weiterbilden.

Für die Prüfung von elektrischen Anlagen im explosionsgefährdeten Bereich sind zusätzliche Kenntnisse für diesen Bereich erforderlich. Als weiteres Beispiel führte Reinhard Soboll die Prüfung von Blitzschutzsystemen an. Hier dürfen nur Blitzschutzfachkräfte nach den Normen der Reihe VDE 0185-305 prüfen. Zur Beurteilung des inneren Blitz- und des Überspannungsschutzes müssen diese Blitzschutzfachkräfte zusätzlich die Qualifikation als Elektrofachkraft haben. Die Prüfung von Blitzschutzsystemen im Ex-Bereich erfordern auch hier zusätzliche Kenntnisse im explosionsgefährdeten Bereich.

Abschließend wurden zwei Normen, die Ende 2016 in überarbeiteter Ausgabe erscheinen sollen, kurz vorgestellt. In der DIN VDE 0100-443 „Schutz bei Überspannungen in Folge atmosphärischer Einflüsse oder von Schaltvorgängen“ wird dann grundsätzlich der Einsatz von Überspannung-Schutzeinrichtungen des Typs 2 für neu zu errichtende Gebäude zwingend gefordert. In der dann ebenfalls neu erscheinenden DIN VDE 0100-534 „Überspannung-Schutzeinrichtungen“ wird die Installation dieser Schutzeinrichtungen konkretisiert. Hierzu zeigte Soboll einige Beispiele.  



» Herbsttagung am 4. November 2015 in Hannover

Berichte aus der Praxis können bisweilen informativer sein als theoretische Abhandlungen. Vor diesem Hintergrund warb VSEH-Vorsitzender Dieter Wallus schon seit einiger Zeit bei seinen Kollegen darum, sich im Rahmen der Herbsttagung mit eigenen Beiträgen an die Kollegen zu wenden. Das hat beim VSEH, dem rund 54 elektrohandwerkliche Sachverständigen aus dem Norddeutschen Raum angehören, bereits Tradition. Zu jeder Frühjahrstagung  „liefern“ Kollegen eigene Sachverständigengutachten zu, die dann – selbstverständlich anonymisiert – von den Mitgliedern eingehend besprochen werden. In der Herbstversammlung nun ging es um einen tragischen Todesfall durch Stromschlag.

Bestandsschutz

Zu dem Thema „Bestandsschutz mit Einarbeitung von aktuellen Beispielen aus dem Bereich VdS Klauselprüfung“ referierte Detlef Wolff, ebenfalls ein VSEH-Kollege.
 
Das Wort Bestandschutz gibt es im Regelwerk der VDE und DIN gar nicht, begann Wolff seine Ausführungen.  Es stammt eigentlich aus dem Baurecht. Als Faustformel gilt, so Detlef Wolff weiter, dass eine in den 60er Jahren nach den anerkannten Regeln der Technik erstellte Elektroinstallation heute noch Bestand hat.

Allerdings gibt es auch hier natürlich Ausnahmen
1. Ausnahme:  Erfolgt eine Nutzungsänderung, aus einer Wohnung wird eine Arztpraxis,  erfolgt die Installation nach den derzeit gültigen anerkannten Regeln der Technik.
2. Ausnahme:  Vorgaben der BG / Änderung der VDE mit Vorgabe einer Änderung oder Baurecht fordert unmittelbar eine Anpassung.

Eifrig diskutiert wurde in der Versammlung, wann eigentlich eine Elektroinstallation erneuert werden muss, gab es seitens Detlef Wolff eine klare Vorgabe an alle Kollegen:

1. Besteht Gefahr für Leib und Leben  (Personen und Tiere)
2. Besteht Gefahr durch Brand     
3. Besteht Gefahr für Sachwerte

ist die Elektroinstallation abgängig und muss unverzüglich erneuert werden. Eine Elektroinstallation wird heute mit einer Lebenszeit von ca. 40 bis 60 Jahren  bewertet.      

Wenn in Zukunft beim E-CHECK oder der VdS Klauselprüfung 3602 mehr in dieser  Richtung geprüft wird, könnten Schäden nicht unerheblich verhindert werden.

Wärmebildtechnik

Über eine  neue  Generation in der Wärmebildtechnik berichteten Heinz Bach, SELMATEC und Marc Schumann, FLIR Systems GmbH.

Von der einfachen Thermografie bis hin zur Kombinierbarkeit der Kamera mit dem Notebook, dem PC, dem Tablett-PC (IPad) sowie dem IPhone reichte das Spektrum, über das die beiden Referenten sprachen.

Das Kombinieren der Wärmebilder mit den von der Kamera gleichzeitig aufgenommenen optischen Bildern ist ein wichtiger Beitrag zur Darstellung der Situation für Auftraggeber.
Die neuartige MSX-Funktion erzeugt ein Wärmebild, das noch mehr Details anzeigt als bisher. Die Konturen werden in das Wärmebild übertragen. Des Weiteren gibt die „Bild in Bild-Darstellung“ viele Möglichkeiten weiterer Bewertung.

Das Verbinden der Wärmebildkamera mit dem Smartphone oder Tablett-PC über Wi-Fi in Verbindung mit dem entsprechenden Tool zum Verarbeiten oder Weiterleiten der Bilder sowie der Fernsteuerung der Kamera kann für manchen eine wesentliche Arbeitserleichterung bedeuten. Radiometrische Videoaufzeichnungen können mithilfe der neuen Kamerasysteme und der der Software im Nachhinein bewertet und dokumentiert werden.

» Seminartagung vom 7. bis 9. Mai 2015 in Potsdam

Dieter Wallus neuer Vorsitzender des VSEH Nord

Karsten Krügener Stellvertreter


Dieter Wallus leitet künftig unseren Sachverständigen VSEH Nord. Dem VSEH Nord gehören über 50 von den Handwerkkammern bestellte und vereidigte Sachverständige aus den elektro- und informationstechnischen Handwerken aus allen norddeutschen Bundesländern an. Voraussetzung: sie sind im Regelfall Innungsmitglied.

In diesem Frühjahr hatte der bisherige Vorsitzende, Günter May, aus familiären Gründen sein Amt niedergelegt. Die Mitgliederversammlung, die vom 7. – 9. Mai anlässlich der diesjährigen Seminartagung in Potsdam zusammenkam, wählte Mays bisherigen Stellvertreter Wallus  ins Amt. Dieter Wallus ist zudem stv. Obermeister der Elektro-Innung Hannover.

Neuer stellvertretender Vorsitzender des VSEH wurde Karsten Krügener, Obermeister der Innung für Elektrotechnik, Informationstechnik und Elektromaschinenbau Osterode.  Sein bisheriges Amt als Beisitzer im Vorstand nimmt jetzt Thomas Bollmann ein, stv. Obermeister der Innung für Elektrotechnik Braunschweig.

Dieter Wallus und Wahlleiter Friedhelm Triphaus dankten beide dem bisherigen Vorsitzenden Günter May. Günter May habe es  durch seine Persönlichkeit geschafft, Kollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen der elektro- und informationstechnischen Handwerke in diese Gemeinschaft zu integrieren. Dies sei sicherlich ein Geheimnis für den langjährigen Erfolg unseres VSEH Nord. Immerhin, dies sei angemerkt, nehmen von 54 Mitgliedern regelmäßig fast 40 Kollegen an den Treffen teil.

Endlich konnten die Teilnehmer wieder einmal einem Zivilprozess beiwohnen. Hierzu hatte der Präsident des Landgerichts Potsdam eingeladen. Zum „Leidwesen“ der VSEH Mitglieder, die auf den Zuschauerbänken Platz genommen hatten, endet der Zivilprozess, der sich bereits über einige Jahre hinzog, dann überraschend mit einem Vergleich, so dass die angereisten  Bausachverständigen nicht angehört werden mussten und ihre Gutachten nicht erläutert brauchten. Gerade das aber hätte natürlich den Reiz eines solchen Termins für die Zuhörer ausgemacht. Richter Feldmann nahm sich anschließend viel Zeit und besprach mit den Zuhörern aus dem VSEH Nord etliche Fragen aus der Praxis. Es ging um angerkannte Regeln der Technik und DIN–Normen. Aber auch klassische juristische Fragen konnten an den Richter gestellt werden: „Was ist mit Mängeln, die von dem Vergleich nicht erfasst wurden, weil sie noch nicht bekannt waren?“
Und schließlich auch die Psychologie des Vergleichs. Es gebe, so Richter Feldmann, Menschen, für die ein Prozess mittlerweile zur Lebensaufgabe geworden ist. „Und meine Aufgabe ist es, diesen Menschen zu helfen, ihren Frieden zu finden“. Und natürlich fand er auch lobende Worte für das Amt des Sachverständigen. Dessen Aufgabe sei es, anspruchsvolle Sachverhalte so widerzuspiegeln, dass sie im Urteil verständlich sind.

Sven Bonhagen über Neuigkeiten aus der komplexen Welt der Normung und dem heiklen Thema des Bestandschutzes für elektrische Anlagen.

Sven Bonhagen, Mitglied unseres Sachverständigenvereins VSEH Nord, aber auch Mitarbeiter des BFE in Oldenburg hatte im Rahmen unserer diesjährigen Fachtagung einen umfangreichen Beitrag leistete.

Der Vortrag begann mit Neuigkeiten aus dem Bereich der DIN-Normen. Hierbei standen die Normen der Reihe DIN 18015 im Vordergrund, wo Sven Bonhagen auf die Wesentlichsten Inhalte und Neuerungen der Normen einging. Er erläuterte die Rechtverbindlichkeit der Regelwerke und die Bedeutung für die Praxis und Rechtsprechung. Das Elektrohandwerk berührt neben den elektrischen Normen auch eine ganze Menge bautechnischer Regelwerke. Einen entsprechenden Hinweis findet man so zum Beispiel in der DIN 18015-1, wo auf die Norm DIN EN 1996-1-1/NA hingewiesen wird, welche sich mit Schlitzen und Wandaussparrungen auseinandersetzt.

Im Anschluss führte Bonhagen weiter aus, welche Neuerungen im Bereich der VDE-Bestimmungen für die Anwesenden von Interesse sein können. Es ging um Themen des vorbeugenden Brandschutzes, EMV-gerechter Installation, Beleuchtungsanlagen und Schaltanlagenbau. Von den Teilnehmern wurden viele Fragen gestellt und es kam zu  regen Diskussionen. Es zeigte sich einmal mehr, dass die Fülle an Neuerungen einen ständigen Informationsaustausch und Fortbildungsbedarf erfordern.

Im letzten Teil seines Vortrages, erklärte der Referent die Thematik des Bestandschutzes. Bonhagen führte aus: „Einen Bestandsschutz für elektrische Anlagen gibt es nicht in den VDE-Bestimmungen!“ Der Bestandsschutz ist im Grundgesetz § 14 verankert und muss für elektrische Anlagen definiert werden. Grundsätzlich kann Bestandsschutz vermutet werden, wenn die zum Zeitpunkt der Errichtung geltenden Regelwerke eingehalten wurden, keine Anpassungsforderungen bestehen, keine Gefahr für Leben und Sachwerte besteht und die Nutzung sich nicht verändert hat. An zahlreichen Beispielen führte er die Bedeutung für die Praxis auf. Bei umfassenden Umbauten, Erweiterungen oder Änderungen an bestehenden Anlagen, sollte vielmehr versucht werden, den heutigen Stand der Technik umzusetzen. „Die Betriebsdauer einer elektrischen Anlage ist begrenzt und die Anforderungen sind deutlich gestiegen“ führte Bonhagen zum Abschluss aus.


» Herbsttagung am 1. Oktober 2014 in Verden

Die Herbsttagung fand am Mittwoch, dem 1. Oktober 2014 bei der BLOCK Transformatoren-Elektronik GmbH in Verden statt. 

» Seminartagung vom 8. - 10. Mai 2014 in Bremen

VSEH Nord:
• Fachleute des Fraunhofer Instituts Mevis zeigen Beispiele der Computerunterstützung in der Medizin.
• Vorsitzender Günter May dankt Rolf Fuhrken
• Vorstand neu gewählt


Vom 8. bis 10. Mai 2014 fand die VSEH-Seminartagung in Bremen statt. Unser Sachverständigenverein tagte nach 1981 und 2006 bereits das 3. Mal in dieser Stadt. Und wieder war die Beteiligung riesengroß: 40 der 50 Mitglieder waren angereist. Der VSEH NORD e.V. ist bekanntlich ein Zusammenschluss der bei den Handwerkskammern Norddeutschlands für die Elektrohandwerke öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen. Die Sachverständigen haben nach der Sachverständigenordnung der Handwerkskammern die Pflicht zur juristischen und fachlichen Weiterbildung. Hier setzen die Aktivitäten des VSEH NORD e. V. für seine Mitglieder an: Der VSEH NORD e. V., der sich der Geschäftsstelle des Landesinnungsverbandes für Elektro- und Informationstechnik Niedersachsen/Bremen bedient, veranstaltet Seminartagungen mit qualifizierten Referenten. In diesem Jahr also in Bremen.

Die schwierige Sache mit dem Honorar

Die Seminartagung begann mit einem Vortrag von Rechtsanwalt Dr. Peter Bleutge zu den Themen „Wie kann ich als Sachverständiger im Elektrotechnikerhandwerk nach dem neuen JVEG abrechnen?“ und „Verlust der Vergütung wegen eines mangelhaften Gutachtens".

Dr. Peter Bleutge  sprach zunächst über das Problem der  Honorierung der Sachverständigenarbeit. Seit einer Novelle im August vergangenen Jahres gelten für Gerichtssachverständige neue Honorarsätze und Auslagenpauschalen nach dem JVEG, dem Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz. Darin wird beispielsweise geregelt, welche Gewerke in welche Honorarstufe gehören. „Die meisten handwerklichen Berufe sind vornehmlich in der Stufe zwei gelandet“, so Dr. Peter Bleutge. Stufe 4 allerdings umfasst „elektronische Anlagen und Geräte“. „Da gehören Sie eigentlich hin“, meinte der Referent.

Peter Bleutge, der für das Institut für Sachverständigenwesen, kurz IFS, in Köln arbeitet, hat festgestellt, dass in letzter Zeit Sachverständige häufiger als Zeugen geladen werden. „Es kommt auf den Inhalt der Befragung an.“ Es gebe einen Unterschied zwischen Zeuge, sachverständigem Zeugen und Sachverständigem. Der Zeuge beschreibe, was er wahrgenommen habe. Der sachverständige Zeuge beschreibe das Wahrgenommene aus der Sicht eines Experten und der Sachverständige schätzt Folgen ein und beurteilt. Das Problem daran ist, dass der Sachverständige nur das Honorar bezahlt bekommt, wenn er auch als Sachverständiger vor Gericht aussagt und nicht nur als sachverständiger Zeuge. „Sie müssen vom sachverständigen Zeugen zum Sachverständigen mutieren“, so Bleutge. Stellen Richter oder Anwalt Fragen, die über die Beschreibung des Wahrgenommenen hinausgehen und auf das spezielle Wissen abzielen, sollen sich die Experten auch als Sachverständige ins Protokoll eintragen lassen. Nur dann sei auch das Honorar sicher. Eine Garantie, dass der Richter solch eine Anmerkung zulässt, gibt es aber nicht.

Neu seit der Novelle 2013 ist der § 8 a im JVEG. Er enthält Sachverhalte, unter denen der Sachverständige seine Vergütung verliert.  Von vornherein muss der Sachverständige prüfen, ob es den Anschein der Parteilichkeit gibt. Schreibt ein Sachverständiger zum Beispiel ein Gutachten über die Arbeit eines Kollegen aus der Innung, kann es schon sein, dass diese Verbindung als parteilich eingestuft wird. Im Zweifel solle man vorher dem Richter Bescheid geben, so Bleutge.

Wichtig: „Sie müssen ihre Rechnung innerhalb von drei Monaten bei Gericht einreichen“, so Bleutge. Nach der dreimonatigen Frist erlischt der Anspruch auf Vergütung. Reicht der Sachverständige die Rechnung unverschuldet zu spät ein, zum Beispiel durch Krankheit, dann gibt es die Möglichkeit der Wiedereinsetzung.


Der VSEH Nord beschäftigte sich auch mit dem für die Zukunft sehr bedeutenden Thema „Entstehung und Auswirkung von Oberschwingungs-Strömen in elektrischen Anlagen“.

Holger Clausing vom BFE-Oldenburg referierte zu der Frage: „Woher kommen eigentlich Oberschwingungsströme und was machen diese?“

Durch den anschaulichen Vortrag erhielten die Teilnehmer der Tagung einen wertvollen Einblick in die komplexe Welt der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV).

Insbesondere die Messung und Auswertung von Oberschwingungsströmen in elektrischen Anlagen konnte Clausing mit Beispielen aus der Praxis belegen. Zum Abschluss seines Vortrages ging der Referent auf Auswirkungen von Oberschwingungsströmen ein. Insbesondere dem Thema der Beeinflussung von Leitungsanlagen und Leitungsquerschnitten widmete er eine besondere Aufmerksamkeit.

Im Anschluss referierte Sven Bonhagen, ebenfalls Mitarbeiter des BFE, über das Thema „EMV-gerechtes Potentialausgleichs- und Erdungssystem“. Er zeigte zu Beginn seines Vortrages insbesondere die Unterscheidung und Bedeutung des Schutzpotentialausgleiches und des Funktionspotentialausgleiches auf. Er griff hierbei ein eigentlich altbekanntes Thema auf. Den Schutzpotentialausgleich über die Haupterdungsschiene, früher Hauptpotentialausgleich genannt. Insbesondere machte er deutlich, welche Komponenten hier einbezogen werden müssen und warum dieses so wichtig ist. Bonhagen erläuterte auch eindrucksvoll  Errichtung und Aufgaben des Funktionspotentialausgleiches

Anhand von Beispielen wie Antennenanlagen und Technikflächen erklärte der Referent den Unterschied zwischen dem Schutz- und Funktionspotentialausgleich. Dass nur noch Leiter mit Schutzfunktion in der Farbkombination grün/gelb auszuführen sind, führte zu einer lebhaften Diskussion unter den Teilnehmern. Der Funktionspotentialausgleich muss in einer anderen Farbe ausgeführt werden.

Abschließend verwies Bonhagen auf die im März 2014 veröffentlichte Neuerscheinung der DIN 18014 „Fundamenterder – Planung, Ausführung und Dokumentation“. Die wesentlichen Änderungen wurden kurz vorgestellt. Insbesondere dieses Thema soll nach Meinung der Zuhörer auf weiteren Tagungen vertieft werden.


Einsatz von LED-Röhrenlampen anstelle von Leuchtstofflampen

Im Anschluss berichtete Holger Kilb vom VDE-Prüfinstitut in Offenbach über „Produktprüfung LED – Sicherheitstechnische Prüfungen nach IEC 62560 und Photobiologische Sicherheit nach IEC 62471“.

Während dieses Vortrages stellte sich schnell eine Diskussion über die Problematik bei dem Einsatz von LED-Röhrenlampen anstelle von Leuchtstofflampen ein. Holger Kilb erklärte, dass jede Leuchte nur für die dafür vorgesehenen Lampen eine Zulassung hat. Für Einsatz von Retrofit LED-Lampen hat die Leuchte in den meisten Fällen keine Zulassung. Hier muss der Anwender eine Risikobewertung durchführen. Diese Risikobewertung ist aber durch eine Lampe mit VDE-Zulassung zum größten Teil schon abgedeckt.

Kritisch sieht Kilb die Anwendung von Konversionslampen. Hier sind Umbauten an der Leuchte notwendig. In diesem Moment wird der Umbauer zum Leuchtenhersteller. Er muss in die Leuchte ein neues Typenschild anbringen und auch alle gesetzlichen Anforderungen für das CE-Zeichen erfüllen. Zu beachten ist auch, dass Retrofit-Lampen nicht verwendet werden können. Die Betriebsspannung der Konversionslampe ist um ca. 35 % höher. Es kann zu thermischen Problemen kommen. Es müssen speziell dafür gebaute Konversionslampen verwendet werden. Außerdem ist eine zusätzliche Schutzeinrichtung in die Leuchte einzubauen. Ansonsten kann es beim möglichen Einsetzen einer herkömmlichen Leuchtstofflampe in die umgebaute Leuchte zu einer Gefahr für den Anwender kommen. Eine Zulassung durch Drittstellen für Konversionslampen kann nach Kilbs Worten nicht erfolgen.


Besuch beim Fraunhofer Instituts Mevis: wie unterstützt die „Einparkhilfe“ den Arzt

Bei Tagungen unseres Sachverständigenvereins VSEH Nord ist der Freitagnachmittag traditionell reserviert für einen Blick über die Grenzen der klassischen Arbeit eines handwerklichen Sachverständigen hinaus.

In diesem Jahr besuchten die Teilnehmer das Bremer Fraunhofer Institut Mevis. Fraunhofer MEVIS entwickelt interaktive Assistenzsysteme für den klinischen Arbeitsalltag. Im Fokus stehen medizinische Bilddaten, die zur Früherkennung, Diagnose, Therapieplanung, Therapieunterstützung oder Erfolgskontrolle genutzt werden.

Dr. Guido Prause, Mitglied der erweiterten Institutsleitung, begrüßte die Teilnehmer und erläuterte, dass in enger Abstimmung mit klinischen Experten der gesamte Prozess von der Bilderzeugung bis zur Analyse, Interpretation und Behandlungsentscheidung berücksichtigt wird. Ziel ist es, aus den medizinischen Bilddaten diagnostische oder therapierelevante Informationen zu extrahieren, Patientendaten und Laborwerte zu ergänzen und mit Hilfe einer  Simulationen patientenindividuell anzureichern.

Erkrankungen können früher und sicherer erkannt werden, Behandlungsentscheidungen individuell auf den Patienten zugeschnitten und hinsichtlich ihrer Risiken bewertet werden. Therapieerfolge werden nachvollziehbar und messbar.

Zu den etablierten methodischen Arbeitsschwerpunkten zählen sowohl die Entwicklung von Algorithmen - etwa für die Vermessung von Tumorgrößen oder die Analyse von Form und Funktion eines Organs - als auch umfassende klinische Software-Applikationen wie die präoperative Planung und intraoperative Unterstützung therapeutischer Eingriffe.

Frage von den Teilnehmern: wird  künftig der Computer die OP übernehmen? Antwort von Dr. Prause: „Nein, gewiss nicht! Denken Sie nur einmal daran, dass sich die Leber als Weichgewebe beim Atmen ständig bewegt. Die Operation muss immer ein Arzt vornehmen“. Nach den Worten von Dr. Prause ist die Operation aber besser planbar durch das von Mevis entwickelte Navigationssystem.  Je nachdem,  von wo aus der Tumor in der Leber entfernt wird, können nur einige Teile betroffen sein oder aber auch die halbe Leber.

Der Arzt kann auch andere Vorgänge simulieren: bei der Ablation wird in der Tumor-Therapie Tumorgewebe durch Hitze zerstört. Wie beeinflussen Gefäße mit Kühleffekt die Ablation? Auch dies kann simuliert werden.

An drei Stationen erläuterten Mitarbeiter des Fraunhofer Mevis die praktische Arbeit des Instituts. Besonders interessant für die Teilnehmer aus dem VSEH Nord: die „Einparkhilfe“. Bei der  Radiofrequenzablation wird mit einer Nadel versucht, in dem entsprechenden Organ (beispielsweise der Leber) einen Tumor zu treffen und ihn dann durch Erhitzen der Nadelspitze zu zerstören. Die Geräuschentwicklung bei der simulierten „Operation“ war ähnlich der einer Einparkhilfe beim Auto. So konnte exakt festgestellt werden, wann die Nadel den Tumor erreicht hat. Ein weiterer Vorteil der  „Einparkhilfe“: der Arzt kann sich stärker auf die eigentliche Operation konzentrieren. Er schaut bis zu 90% weniger auf den Bildschirm.


Ehrung für Rolf Fuhrken aus Bremen

Das gesellige Beisammensein am Freitagabend nutzte Günter May, um Rolf Fuhrken aus der Vorstandsarbeit zu verabschieden. 1999 wurde Rolf Fuhrken aus Bremen erstmals in den VSEH-Vorstand gewählt. Dies war nach den Worten von Günter May ein Glücksfall. Denn mit seiner hohen fachlichen Qualifikation hat Rolf Fuhrken die Arbeit des VSEH Nord entscheidend geprägt.

May: „Es war ihm ein Herzensanliegen, dafür zu werben, dass der elektrohandwerkliche Sachverständige eine hohe Qualifikation besitzt. Eine Qualifikation, mit der er so manchem studierten Kollegen den Rang abläuft. In der Öffentlichkeit und bei Behörden sei das nicht immer so bekannt.“ „Rolf Fuhrken hat unsere Position ganz offensiv vertreten und dafür verdient er unseren Respekt,“ erklärte der VSEH-Vorsitzende.


„Sie aus der Reserve zu locken ist ein legitimer Weg.“

Daniel Rosandic-Bruns, Rechtsanwalt aus Hannover, begleitete in diesem Jahr die traditionellen Workshops. Hier können die Teilnehmer „echte“ Gutachten von Kollegen analysieren, diskutieren und offen aussprechen, was sie „anders gemacht hätten“. Zum Abschluss bestimmt jede Gruppe einen Berichterstatter, der im Plenum den Sachverhalt und den Lösungsansatz vorträgt, was so ganz nebenbei eine gute Übung für die Vortragstechnik darstellt. In diesem Jahr ging es um die Steuerung eines Pizzaofens, um den Ausfall der Lüftungsanlage im Schweinestall, um die Rechnung über den Ausbau einer SAT-Schüssel und um Schäden an Elektrogeräten nach Zählerausbau.

Rosandic-Bruns, der die zu behandelnden Gutachten bereits kannte, war voll des Lobes über diejenigen Kollegen aus dem Mitgliederkreis, die bereitwillig ein Gutachten zur Verfügung gestellt hatten. Aber auch formal und inhaltlich war der Referent mit den Gutachten zufrieden.

Zuvor hatte Rosandic-Bruns über das nicht immer spannungsfreie Verhältnis zwischen Anwälten und Sachverständigen referiert. „Immer cool bleiben“, war sein Rat. Es sei ein legitimer Weg, den Sachverständigen auch mit absurden Fragen aus der Reserve zu locken. 


Wahl des Vorstandes

Den Abschluss der Tagung bildete wie immer die Mitgliederversammlung. Turnusgemäß war in diesem Jahr der Vorstand neu zu wählen. Vorsitzender bleibt Günter May (Obermeister der Elektro-Innung Burgdorf). Das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden behält Dieter Wallus (stv. Obermeister der Elektro-Innung Hannover). Neu im Vorstand sind als Beisitzer Dieter Siever (Obermeister der Elektro-Innung Bremen) und André Zemke (Fachbereichsleiter Informationstechnik der Innung für Elektro- und Informationstechnik Cloppenburg). Wie bislang vertreten sind im Vorstand auch Peter Kelle (Obermeister der Elektroinnung Halle-Merseburg-Saalkreis), Karsten Krügener (Obermeister der Innung für Elektrotechnik, Informationstechnik und Elektromaschinenbau Osterode) und Johannes Wessels (stv. Obermeister der Innung für Elektro- und Informationstechnik Cloppenburg). 


» Herbsttagung am 29. Oktober 2013 in Celle

Der Toaster war´s

VSEH Nord befasst sich in der Herbsttagung am 29. Oktober 2013 in Celle mit Brandermittlung und Brandursachen

Zum zweiten Mal trafen sich die Mitglieder des VSEH Nord auf Vermittlung von Karsten Krügener im Oktober in der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Celle. Und genau, wie es sich für einen solchen Tagungsort gehört, wurden Vortragstitel und Referenten rund um die Themen Brandermittlung und Brandursachen ausgewählt. Sehr anschaulich konnte Kriminaloberkommissar Leipziger vom Landeskriminalamt Niedersachsen einen Einblick in die Arbeit der Ermittler in Zusammenhang mit der Aufklärung einer Serie von Brandstiftungen geben.

Eine Serie von Brandstiftungen versetzte insbesondere die Bauern in der Umgebung von Lehrte und Sehnde bei Hannover in Angst und Schrecken. Unbekannte hatten es meist auf Strohballen abgesehen, die auf abgelegenen Wiesen gelagert waren. Ein für die Bauern durchaus ernst zu nehmender Schaden. Der Referent stellte die technischen Möglichkeiten der Polizei zur Ermittlung der Täter vor, wie etwa die Funkzellenauswertung, die einen besonders hohen Aufwand bedeutet. Häufig, so KOK Leipziger, wird man auch im Internet fündig; denn die Täter filmen sich bei ihren Taten und brüsten sich hinterher beispielsweise auf Facebook oder Youtube.  So war es im vorliegenden Fall allerdings nicht. Die Straftaten wurden, wie sich später herausstellte, von einer Gruppe Jugendlicher begangen, die nach außen absolut „dicht hielten“ und jeden Tatort total sicher „verposteten“. Das heißt, nach allen Seiten wurde „Schmiere gestanden“. Entdeckt wurden die Täter mittels  Fotofalle, mitten im Wald. Ein Zufall, dass die Gruppe ausgerechnet diesen Strohballenstapel aussuchte, den auch die Polizei präpariert hatte. KOK Leipziger: „Der war einfach ideal und leuchtete so schön in der Abendsonne“. In der Fotofalle war ein PKW zu erkennen, der nach einiger Zeit auch wieder wegfuhr. „Was meinen Sie, wer wohl als nächstes in die Fotofalle tappte?“ Natürlich die Feuerwehr.

Man kam den Tätern rasch auf die Spur. Man musste sie laufen lassen, alle kamen aus durchaus bürgerlichen Verhältnissen. Erst als offenbar wurde, dass sie „zum Abschluss“ noch einmal das „ganz große Ding“ drehen wollten, gab es dann reihenweise Verhaftungen.

KOK Leipziger schilderte sehr anschaulich auch Sprengstoffdelikte. Ausführlich zeigte er „beeindruckende“ Aufnahmen über das Hantieren mit Polenböllern. Diese überaus gefährlichen Sprengkörper aus dem südlichen und östlichen Europa sowie Fernost können jederzeit explodieren und zu tödlichen Verletzungen führen.

Insgesamt, da waren sich die Teilnehmer einig, waren dies sehr aufschlussreiche Ausführungen über die Ermittlungsarbeit der Polizei.

Kriminaloberkommissar Höner zu Guntenhausen von der Polizeiinspektion Celle nahm sich des Themas „Brandursachenermittlung“ an. Besonders interessant: seine Ausführungen über die Rekonstruktion der Brandlast. „Meist, so der Referent, lässt sich eine Rekonstruktion an Hand des Brandtrichters vornehmen. So findet sich an der Decke eine kreisrunde Form und direkt darunter liege dann der Brandherd. Aber so einfach ist das nicht immer. Manchmal finden sich Spuren eher auf dem Boden oder die Brandzehrung im Holz liefere Aufschlüsse über die Brandursache. Am Beispiel eines Küchenbrandes, dem auch der halbe Dachstuhl zum Opfer fiel, rekonstruierte der Referent einen Brand: Am Schluss kamen drei potenzielle Brandstifter in Betracht: der Toaster, die Kaffeemaschine und der Wasserkocher. Der Wasserkocher war über eine Steckdose angeschlossen. Aber: am Wasserkocher und an der Kaffeemaschine waren noch Reste vom Kunststoff zu sehen. Das sprach für den Toaster als Brandverursacher. Doch: war der Toaster „eingesteckt?“ Im Brandschutt fand sich eine Schutzleiterspange, was für eine zweite Steckdose sprach. Und schließlich die Erkenntnis: man fand einen Steckerpol, der in einer Klammer steckte. Also musste der Toaster angeschlossen gewesen sein.  Er war, obwohl kaum gebraucht, der Brandverursacher.

Zum Thema "Mängel elektrischer Anlagen als Brandursache" aus Sicht der Sachversicherung referierte  Dipl.-Ing. Lutz Erbe, VGH Versicherungen.

Der  LIV hat schon sehr lange gute Kontakte zu Lutz Erbe. Federführend war er in die Aktion Überspannungsschutz in landwirtschaftlichen Betrieben involviert, wodurch letztendlich ein Boom an Schulungen und Informationen ausgelöst wurde. Sein heutiger Schwerpunkt sind die PV Anlagen. Dies drückt sich auch in den Vorträgen  bei den langen Abenden des LIV in diesem Jahr in Hannover, Oldenburg,  Osnabrück und auch bei der Herbsttagung des VSEH zur Brandursachenermittlung  in Celle aus. Bei den Schadenursachen liegt die Elektrizität mit 22,1% aller Fälle vorne – noch vor der Brandstiftung. Jeder dritte Brand wurde durch technische Einrichtrungen und Geräte ausgelöst, da liegt die ortfeste Elektrische Anlage mit 8,2% weit zurück. Interessant die Statistik der Brandursächlichkeit von Elektrogeräten: Platz 1 nimmt der Wäschetrockner ein. Auf Platz 2 landet das Fernsehgerät, auf dem 3. Platz liegt das Kühl- und Gefriergerät. Nach der Schadensstatistik ging Erbe an Hand von beeindruckenden Fotos  auf die typischen Mängel an elektrischen Anlagen ein, unter anderem:

• Mangelhafter Anschluss eines AL-Sektorkabels
• Schaden an Klemmkasten
• Mangelhaft ausgeführte Klemmverbindung
• Steckdose auf „normal entflammbarem Material“
• Ortsveränderliche Mehrfachssteckdose
• Und vor allem  Brandgefährdung durch Mängel an der elektrischen Anlage

Der dritte Teil des Vortrages befasste sich mit den Regelwerken und den darin enthaltenen Definitionen und den jeweiligen Prüffristen und schließlich den „Festlegungen über Feuergefährdete Betriebsstätten“.

Den Vortrag "Mängel elektrischer Anlagen als Brandursache" aus Sicht der Sachversicherung von Dipl.-Ing. Lutz Erbe, VGH Versicherungen finden Sie im geschlossenen Mitgliederbereich.

» Seminartagung vom 25. - 27. April 2013 in Rheinsberg

"Pfanne hoch - Kabel durch"

VSEH Nord e.V. befasst sich in seiner Jahrestagung auch mit Mängeln an PV-Anlagen

Fehler und Mängel an Photovoltaik-Anlagen waren ein Schwerpunkt der VSEH-Tagung vom 25. – 27. April 2013, zu der sich die elektrohandwerklichen Sachverständigen aus Niedersachen/Bremen und den anderen norddeutschen Bundesländern in Rheinsberg (nordwestlich von Berlin) trafen.

Der Verein der vereidigten Sachverständigen der Elektro- und Informationstechnischen Handwerke NORD e. V. ist ein Zusammenschluss der bei den Handwerkskammern Norddeutschlands für die Elektrohandwerke öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen. Er bedient sich der Geschäftsstelle des LIV Niedersachsen/Bremen.

„Hält so etwas 20 Jahre?“ Mehr als einmal stellte Sven Bonhagen, der selbst Mitglied im VSEH Nord ist, in seinem Vortrag „Prüfung von PV–Anlagen“ diese Frage. An Hand von Fotos und scheinbar unerschöpflichen Beispielen zeigte er auf, welche Fehler bei der Montage von PV–Anlagen gemacht werden.

Da ging es um locker durchhängende Kabel, die Bonhagen als „Vogelschaukel“ bezeichnete. Es ging um Dachundichtigkeit („die Halle wird zur Tropfsteinhöhle“), die nach dem Motto „Silikon macht das schon“ zugestopft wurde. Bonhagen zeigte Bilder von losen Dachsparrenhaltern, von Leitungen mit Knoten oder zu langen Leitungen, die dann in Schlaufen liegen. Streitfälle über Montagemängel nehmen laut Bonhagen immer mehr zu. „Wenn Sie als Gutachter gerufen werden, dann schauen Sie auf die banalsten Dinge“, forderte der Referent die Teilnehmer auf. Er zeigte Bilder von scharfen Kanten, von falschen Biegeradien oder eben völlig unzulänglichen Dachdurchführungen („Pfanne hoch – Kabel durch“). Künftig, so Bonhagen, seien Warnhinweise für die Feuerwehr vorgeschrieben, dass hier eine PV-Anlage installiert ist.  


Zum Thema „KNX/EIB“ war Hannes Leidenroth (LeiTech GbR) als Referent geladen. Durch den fortschreitenden Einsatz dieser Technologie in der Gebäudeautomation häuft sich auch die Zahl problembehafteter Anlagen. Somit liegt ein Anlass vor, das Thema „KNX“ im Rahmen dieser VSEH-Veranstaltung zu behandeln. Leidenroth ging zunächst auf Leistungsmerkmale ein, die man heutzutage von moderner Bus-Technologie erwarten kann. Dabei zeigte sich, dass es praktisch kaum noch Grenzen des Machbaren gibt, alles ist nur eine Frage des technischen Aufwands. Im Zweckbaubereich nimmt das Thema Energieeffizienz eine dominante Stellung innerhalb der Gebäudeautomation ein. Eine intelligente Vernetzung der Gewerke Sonnenschutz, Klima- und Beleuchtungstechnik führt zu Einsparungen von Energiekosten. Im Anschluss daran erhielten die Zuhörer einen Überblick darüber, was sich bei der Begutachtung solcher Anlagen per Sichtprüfung beurteilen lässt. Dabei zeigte sich, dass lediglich die üblichen Vorschriften für SELV-Stromkreise zu beachten sind und einige wenige KNX-spezifische Regeln eingehalten werden müssen, wie z. B. bestimmte Leitungslängen. Umso schwieriger stellte sich jedoch das Prüfen der Projektsoftware heraus, die überwiegend für Anlagenprobleme verantwortlich ist. Es zeigte sich, dass sich viele Softwarefehler kaum durch Funktionsprüfungen aufdecken lassen, daher regte Leidenroth die Einrichtung von Softwareprüfstellen an. Der Vortrag konnte deutlich zeigen, mit welchen Problemen Programmierer konfrontiert werden, und dass es schwierig ist, Kundenwünsche, Geräteeigenschaften und Programmieraufwand ausgewogen zu betrachten. Danach wurden typische Systemgeräte und Aktoren vorgestellt, wobei deren wichtigste Eigenschaften und Fehlerquellen zur Sprache kamen. Abschließend wurde gezeigt, welche Probleme beim Thema Heizen/Kühlen zu erwarten sind. Eine Fehlersuche gestaltet sich gerade hier stets schwierig, da mehrere Gewerke beteiligt sind und oft eine Kombination von zwei oder mehr Fehlern vorliegt. Bei den Zuhörern gab es eine breite Übereinstimmung, dass solche Probleme immer zunächst an den Elektrobetrieb herangetragen werden.


Burkhard Schulze,  Bundesbeauftragter für das Normenwesen im ZVEH referierte über „VDE Bestimmungen – das Neueste 2013“, begann seine Ausführungen aber zunächst mit einer Analyse der Auswertung Unfällen durch elektrischen Strom. So sind  83% aller gemeldeten Stromunfälle durch Körperdurchströmungen verursacht und 14 % durch Lichtbögen. Wenn auch die Anzahl tödlicher Stromunfälle im privaten Bereich mit 26 Toten im Jahre  2011 scheinbar gering ist, so liegt die wirkliche Gefahr woanders, nämlich bei den elektrisch verursachten Bränden. 34 % aller Brandursachen werden, so wusste Burkhard Schulze zu berichten, durch Elektrizität verursacht, die damit als Brandursache an der Spitze liegt. In diesem Zusammenhang ging der Referent auch auf die DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420): 2013-02 „Errichten von Niederspannungsanlagen – Schutz gegen thermische Auswirkungen“ ein. Eine Fehlerstelle in der Leitung kann zu einem stabilen Lichtbogen führen. Ausführlich behandelte Burkhard Schulze das Thema Fehlerlichtbogen- Schutzeinrichtungen (AFDD)

Produktnorm Einrichtungen zur Lichtbogenerkennung und - abschaltung (AFDD  IEC/CENELEC E DIN IEC 62606 (VDE 0665-10):2012-02„Allgemeine Anforderungen an Fehlerlichtbogen- Schutzeinrichtungen (AFDD)“

Der Einsatz von Einrichtungen zur Erkennung und Abschaltung von Lichtbögen kann bei Endstromkreisen das Brandrisiko, verursacht durch einen Kriechweg oder einen Fehlerlichtbogen, reduzieren. Fehlerlichtbögen entstehen z. B. durch:

•     defekte Isolation zwischen aktiven Leitern, die einen Strom zur Folge haben (parallele Lichtbögen), oder
•     gebrochene oder beschädigte (verringerter Leiterquerschnitt) Leiter bei Strombelastung (serielle Lichtbögen), oder
•    Verbindungs- oder Anschlussklemmen mit ungewollt erhöhtem Widerstand.
    
Für Endstromkreise empfiehlt sich der Einsatz von Einrichtungen zur Lichtbogenerkennung und -abschaltung in Bereichen:

• mit einem Feuerrisiko durch verarbeitete oder gelagerte Materialien;
• mit brennbaren Materialien;
• mit Feuer verbreitenden Strukturen;
• wo unersetzbare Güter von hohem Wert gelagert werden;
• von Wohnungen (z. B. in Wohn-, Schlaf-, Kinderzimmern).

Ein weiterer Schwerpunkt in den Ausführungen war eine Normenübersicht „Schutz gegen elektrischen Schlag“ wie z.B. DIN EN 61140 (VDE 0140-1): 2007-03 Schutz gegen elektrischen Schlag – Gemeinsame Anforderungen für Anlagen und Betriebsmittel und VDE 0100-410: 2007 – 06 „Schutz gegen elektrischen Schlag“


Wolf Kahl, Präsident des Brandenburgischen Oberlandesgerichts, begleitete in diesem Jahr die traditionellen Workshops. Hier können die Teilnehmer in Begleitung eines Richters „echte“ Gutachten von Kollegen analysieren, diskutieren und auch offen aussprechen, was sie „anders gemacht hätten“. Zum Abschluss bestimmt jede Gruppe einen Berichterstatter, der dann im Plenum den Sachverhalt und den Lösungsansatz vorträgt, was so ganz nebenbei auch eine gute Übung für die Vortragstechnik darstellt.

Wolf Kahl, der die zu behandelnden Gutachten bereits kannte, war voll des Lobes über diejenigen Kollegen aus dem Mitgliederkreis, die bereitwillig ein Gutachten zur Verfügung gestellt hatten. Aber auch formal und inhaltlich war der Referent mit den Gutachten zufrieden. „Ich wäre froh, wenn ich in meiner Praxis solche Gutachten hätte“. Die Gutachten boten selbstverständlich wieder viel  Diskussionsstoff für Berichte aus der eigenen Praxis. In den anschließenden Ausführungen ging der OLG–Präsident auch auf das Thema Befangenheit des Sachverständigen ein und stellte die Frage, ob es eine Kollision zwischen diesem Amt und der Funktion als Ehrenamtsträger in Innung und Verband gebe. Er kam zu einem interessanten Ergebnis: „ich glaube, dass der Sachverständige durch die Verpflichtung zur Neutralität auch den Aufgaben in der Innung in besondere Weise gerecht wird“. Er machte die Teilnehmer darauf aufmerksam, dass künftig übermäßige Verzögerungen möglicherweise zu einer Entschädigung des Landes gegenüber den Parteien führen. Ein neues Gesetz sieht  bei “überlangen Gerichtsverfahren” eine Entschädigung vor. Dies habe zur Folge, dass das Gericht durch frühzeitige Androhung von Ordnungsmitteln einer langen Bearbeitungszeit entgegenwirkt. „Hier werden Sie mit einer Änderung der Handhabung rechnen müssen“, meinte der Referent.

Abschließend ging Wolf Kahl auch auf die Diskrepanzen in der denkweise von Sachverständigen und Juristen ein. „Die wird es immer geben, dagegen hilft nur eine intensivere Kommunikation.“


In der die Tagung abschließenden Mitgliederversammlung kritisierte der VSEH–Vorsitzende, Günter May, nachdrücklich den Entwurf des neuen Justizvergütungs- und entschädigungsgesetzes, das in diesem Jahr in Kraft treten soll. Danach rangieren die Sachverständigen der elektro- und informationstechnischen Handwerke am unteren Rande der Vergütung. „Und dies, obwohl der technologische Anspruch unseres Handwerkszweiges in den letzten Jahrzehnten stetig gewachsen ist“, meinte der Vorsitzende. „Wir haben darauf hingewiesen, dass die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen wegen ihrer besonderen Sachkunde zu dieser Tätigkeit berufen werden aber in erster Linier als selbständige Unternehmer tätig sind. Sie dürfen wegen ihrer Sachverständigentätigkeit nicht finanziellen Einbußen ausgesetzt sein.“

» Herbsttagung am 25. Oktober 2012 in Celle

Baulicher Brandschutz und Brandursachenermittlung waren Schwerpunktthemen der Tagung des VSEH Nord am 25. Oktober 2012 in Celle

Das Land Niedersachsen unterhält in der Stadt Celle die im Jahre 1931 gegründete, seit 1974 in einem Neubau untergebrachte Landesfeuerwehrschule Celle und seit dem 01.01.2011 in einer Zusammenfassung mit der ehemaligen Landesfeuerwehrschule Loy (Rastede), einen von zwei Ausbildungsstandorten der Nds. Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK).

Die Akademie ist mit den Aus- und Fortbildungsaufgaben für Angehörige der Freiwilligen, Berufs-, Pflicht- und Werkfeuerwehren beauftragt. Durch Vermittlung des Kollegen Karsten Krügener, Obermeister der Elektro-Innung Osterode und Mitglied des VSEH Vorstandes konnte unser Sachverständigenverein ihre Herbsttagung in der Akademie für Brand- und Katastrophenschutz durchführen. Ihr Leiter, Branddirektor Oliver Moravec, begrüßte die knapp 40 Teilnehmer in Celle und erläuterte, nebenbei sei die Akademie auch Materialprüfeinrichtung für Feuerwehrschläuche und Abnahmestelle für kommunale Feuerwehrfahrzeuge. Die Schule bietet auch Unterkünfte für 160 Teilnehmer, es können sieben Lehrgänge parallel durchgeführt werden.

Um die Angehörigen der Feuerwehr optimal für ihre Einsätze ausbilden zu können, findet man unter anderem auf dem Gelände eine feststoffbefeuerte Übungsanlage, in der man unter realistischen Bedingungen extrem Situationen bei der Brandbekämpfung trainieren kann.

In zwei mehrstündigen Beiträgen konnten sich die VSEH-Mitglieder über die Themen „Brandschutz im Baurecht“ und „Brandursachenermittlung und Zusammenarbeit zwischen Polizei und freien Sachverständigen“ informieren.

Uwe Heinrich, Brandschutzprüfer des Landkreises Goslar befasste sich mit den Themenbereichen:
•    baulicher Brandschutz
•    anlagentechnischer Brandschutz, z. B. Brandmeldeanlagen oder Löschanlagen
•    betrieblicher (organisatorischer) Brandschutz

Die Übermittlung von Informationen sei oft schwierig, wenn man „als Feuerwehrmann nachts um 3 Uhr in ein Krankenhaus kommt, und ein riesiges Bedien- und Steuertableau vorfindet.

Weitere Themen des Referenten:
die Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen (Leitungsanlagen-Richtlinie - LAR)

•    Brandwand – mechanische Belastbarkeit der Brandwand
•    Brandschutzkonzept für Sonderbauten
•    Europäisches Klassifizierungssystem R-EIM

Sehr anschaulich wusste Reinhard Schölzel Brandursachenermittler bei der Polizei, über die Arbeit an der kalten Brandstelle zu berichten. Leider werde von der Feuerwehr vor Ort zu oft alles „besenrein“ übergeben. Dann würden die Ermittlungen schwierig, weil Spuren verloren gegangen sind. Für ihn selbst sei die Arbeit sehr schwierig, da er auf der kalten Baustelle häufig einem „Giftcocktail“ ausgesetzt sei. Interessant die vielen Methoden, mit denen der genauen Brandursache oder auch der Brandstiftung auf die Spur gekommen wird. Das reicht von einer genauen Beobachtung des Wohnungsbesitzers (Rauchgeruch? Brandwunden?) bis hin zum Absuchen des Bodens nach sogenannten Brandlachen. Diese sind ein Indiz für den Einsatz eines Brandbeschleunigers. Und sogar einen Brandermittlungsspürhund gibt es für die Suche nach Brandbeschleunigern.

In einem Ausschlussverfahren geht der Brandursachenermittler alle möglichen Ursachen für den Brand durch: Blitz, technische Ursachen (Elektronik, chemische Ursache), biologische Ursachen (Heu) oder ein vorsätzliches bzw. fahrlässiges Delikt. Wichtig sei in Zusammenhang mit der Brandursachenermittlung auch die Feuerwehr: Der Angriffstruppführer werde befragt, was er gesehen hat, doch nicht immer sei dort, wo es am intensivsten gebrannt habe, auch der Brandausbruchbereich. Dann gehe es wieder an die Indizienfeststellung: War die Tür auf oder zu, auch dafür nannte der Referent untrügliche Indizien.

Abgerundet wurde dieser Vortrag durch einige Praxisbeispiele aus der Ermittlungsarbeit, die selbstverständlich einen „elektrotechnischen Hintergrund“ hatten.








Herbsttagung am 17. November 2016 in Hamburg

Zahlreiche Mitglieder kamen zur diesjährigen Herbsttagung am 17. November auf die GET Nord nach Hamburg.

Frank Müller, öffentlich bestellter und...

Jahrestagung des VSEH Nord vom 15. bis 16. April 2016 in Einbeck

Prüfen elektrischer Anlagen in Industrie und Gewerbe aus Sicht des Sachversicherers, Blitz- und Überspannungsschutz und viele alte Autos

Seminartagung vom 7. bis 9. Mai 2015 in Potsdam

Dieter Wallus neuer Vorsitzender des VSEH Nord

 

Karsten Krügener Stellvertreter

Verein der vereidigten Sachverständigen der Elektro-und Informationstechnischen Handwerke Nord e.V.

c/o Landesinnungsverband für Elektro- und Informationstechnik Niedersachsen/Bremen
Baumschulenallee 12,
30625 Hannover

Telefon: 0511/ 9 57 57 44
Telefax: 0511/ 9 57 57 99

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